Entscheidung
III ZR 205/03
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
ZivilrechtBundesgericht
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Entscheidungsgründe
BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS III ZR 205/03 vom 11. Juli 2003 in dem Rechtsstreit - 2 - Der III. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 11. Juli 2003 durch den Vor- sitzenden Richter Dr. Rinne und die Richter Streck, Schlick, Dr. Kapsa und Galke beschlossen: Der Antrag der Beklagten, die Zwangsvollstreckung aus dem Ur- teil des Amtsgerichts Tempelhof-Kreuzberg vom 23. Januar 2003 - 8 C 508/01 - und aus dem Urteil der Zivilkammer 56 des Land- gerichts Berlin vom 20. Juni 2003 - 56 S 16/03 - einstweilen ein- zustellen, wird zurückgewiesen. Gründe Nach § 719 Abs. 2 ZPO kann das Revisionsgericht die einstweilige Ein- stellung der Zwangsvollstreckung gegen ein vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil anordnen, wenn die Vollstreckung dem Schuldner einen nicht zu erset- zenden Nachteil bringen würde und nicht ein überwiegendes Interesse des Gläubigers entgegensteht. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesge- richtshofs kommt eine Einstellung der Vollstreckung nach § 719 Abs. 2 ZPO indessen grundsätzlich nicht in Betracht, wenn der Schuldner, der sich - wie die Beklagte - auf nicht zu ersetzende Nachteile als Folge der Vollstreckung beru- fen will, im Berufungsrechtszug einen Schutzantrag nach § 712 ZPO nicht ge- stellt hat. - 3 - So liegt es auch hier. Die Beklagte hat zwar in ihrer Berufungsbegrün- dung Vollstreckungsschutz beantragt. Dieser Antrag war jedoch, wie die Be- schwerde nicht verkennt, auf die erstinstanzliche Entscheidung bezogen und ist so auch vom Landgericht durch Beschluß vom 26. Februar 2003 verstanden und beschieden worden. Unter diesen Umständen hätte die Beklagte einen weiteren Antrag nach § 712 ZPO stellen müssen, wenn sie diesen Vollstrek- kungsschutz für das abschließende Urteil im Berufungsverfahren erlangen wollte. Im übrigen sprechen die Erwägungen im Berufungsurteil, mit denen eine von der Beklagten nicht beantragte Gewährung einer Räumungsfrist abgelehnt wurde, gegen die Annahme der Beschwerde, die Beklagte erleide durch die Vollstreckung einen nicht zu ersetzenden Nachteil. Rinne Streck Schlick Kapsa Dörr