Entscheidung
IX ZB 61/10
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
ZivilrechtBundesgericht
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Entscheidungsgründe
BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS IX ZB 61/10 vom 18. Oktober 2012 in dem Restschuldbefreiungsverfahren - 2 - Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Raebel, die Richterin Lohmann, den Richter Dr. Pape und die Richterin Möhring am 18. Oktober 2012 beschlossen: Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 7. Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück vom 24. Februar 2010 wird auf Kos- ten des Schuldners als unzulässig verworfen. Der Gegenstandswert wird auf 4.000 € festgesetzt. Gründe: Die Beschwerde deckt keinen Zulässigkeitsgrund auf (§ 574 Abs. 2 ZPO). 1. Soweit der Beschwerdeführer die von ihm als grundsätzlich eingestuf- te Rechtsfrage (§ 574 Abs. 2 Nr. 1 ZPO) unterbreitet, ob der Schuldner nach § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO auch über nicht pfändbare Sachzuwendungen wie die Überlassung eines Kraftfahrzeuges zu unterrichten habe, entbehrt die Begrün- dung der ordnungsgemäßen Darlegung des geltend gemachten Zulassungs- grundes. Es fehlen insbesondere Ausführungen, aus welchen Gründen, in wel- chem Umfang und von welcher Seite die geltend gemachte Rechtsfrage um- 1 2 - 3 - stritten ist (vgl. BGH, Beschluss vom 1. Oktober 2002 - XI ZR 71/02, BGHZ 152, 182, 191). Davon abgesehen erfasst die dem Restschuldbefreiungsantrag beizufü- gende Abtretung der pfändbaren Forderungen auf Bezüge aus einem Dienst- verhältnis (§ 287 Abs. 2 InsO) auch Naturalleistungen wie die Überlassung ei- nes Dienstwagens (MünchKomm-InsO/Stephan, 2. Aufl., § 287 Rn. 37). Für sich genommen unpfändbare Naturalleistungen wie die Gewährung der unent- geltlichen Nutzung eines Dienstwagens (Zöller/Stöber, ZPO, 29. Aufl., § 850e Rn. 26) sind gemäß § 850e Nr. 3 ZPO mit dem in Geld zahlbaren Einkommen zusammenzurechnen. In diesem Fall ist eine Pfändbarkeit insoweit gegeben, als der dem Schuldner nach § 850c ZPO verbleibende Betrag durch den Wert der Naturalleistung gedeckt wird (Hk-ZPO/Kemper, 4. Aufl., § 850e Rn. 16). Der Versagungstatbestand des § 295 Abs. 1 Nr. 3 InsO erstreckt sich auf die Ver- heimlichung von Arbeitseinkommen, das in Anwendung von § 850e ZPO als Naturalleistung der Pfändung unterliegt (FK-InsO/Ahrens, 6. Aufl., § 295 Rn. 57). 2. Der im Blick auf § 296 Abs. 2 Satz 2 und 3 InsO von der Beschwerde unterbreitete Zulassungsgrund ist jedenfalls nicht entscheidungserheblich, weil 3 4 - 4 - die angefochtene Entscheidung bereits in § 295 Abs. 1 Nr. 3 ihre Grundlage findet. Kayser Raebel Lohmann Pape Möhring Vorinstanzen: AG Lingen (Ems), Entscheidung vom 06.01.2010 - 18 IN 46/05 - LG Osnabrück, Entscheidung vom 24.02.2010 - 7 T 112/10 -