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Entscheidung

StB 9/15

Bundesgerichtshof, Entscheidung vom

StrafrechtBundesgericht
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Entscheidungsgründe
BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS StB 9/15 vom 12. November 2015 in dem Strafverfahren gegen 1. 2. wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung hier: Beschwerde des Betroffenen A. gegen den Durch- suchungsbeschluss des Amtsgerichts Tiergarten vom 14. Januar 2015 - 2 - Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 12. November 2015 beschlossen: Die Sache wird an das Kammergericht Berlin abgegeben. Gründe: 1. Am 14. Januar 2015 ordnete das Amtsgericht Tiergarten in dem sei- nerzeit von der Generalstaatsanwaltschaft Berlin gegen D. geführten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Anstiftung zur Vorbereitung ei- ner schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 4 aF, § 26 StGB) gemäß §§ 103, 105 StPO die Durchsuchung der Wohn-, Geschäfts- und Nebenräume des Betroffenen an. Der Beschluss wurde am 20. Januar 2015 vollzogen. Wegen des sich in der Folge ergebenden Verdachts der Unter- stützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 5 Satz 1, § 129b Abs. 1 StGB) übernahm der Generalbundesanwalt das Ermittlungsverfahren am 26. Juni 2015. Mit der am 27. Januar 2015 eingelegten, am 9. März 2015 und ergän- zend am 4. September 2015 begründeten Beschwerde beantragt der Betroffe- ne, festzustellen, dass die Anordnung der Durchsuchung der bezeichneten Räumlichkeiten rechtswidrig war. Das Amtsgericht hat - ebenso wie am 27. Juli 2015 der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs - der Beschwerde nicht abgeholfen. 1 2 - 3 - Unter dem 27. Oktober 2015 hat der Generalbundesanwalt gegen D. sowie den Mitangeschuldigten F. wegen der verfahrensgegen- ständlichen Vorwürfe Anklage zum Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin erhoben. 2. Zwar war nach Übernahme des Ermittlungsverfahrens durch den Ge- neralbundesanwalt zunächst der Bundesgerichtshof gemäß § 135 Abs. 2 GVG zur Entscheidung über die Beschwerde zuständig, denn dessen Zuständigkeit folgt in zeitlicher Hinsicht der des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs nach § 169 Abs. 1 Satz 2 StPO (vgl. Kissel/Mayer, GVG, 8. Aufl., § 135 Rn. 10). Mit der Anklageerhebung ist die Zuständigkeit des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs indes auf den Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin übergegangen, so dass die Zuständigkeit des Bundesgerichtshofs für die Entscheidung über die noch unerledigte Beschwerde ebenfalls nachträglich 3 4 - 4 - entfallen ist (vgl. BGH, Beschluss vom 15. September 1977 - StB 196/77, BGHSt 27, 253). Zuständig ist nunmehr der Staatsschutzsenat des Kammerge- richts Berlin als das mit der Sache befasste Gericht (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2008 - StB 12-15/08, BGHSt 53, 1, 4 ff.; OLG Frankfurt, Beschluss vom 17. Februar 2014 - 3 Ws 122/14, NStZ-RR 2014, 217). Becker Hubert Mayer