Entscheidung
2 StR 307/25
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2025:250625B2STR307
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2025:250625B2STR307.25.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 2 StR 307/25 vom 25. Juni 2025 in der Strafsache gegen wegen Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge u.a. 2 Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Beschwerdeführers und des Generalbundesanwalts – zu 2. auf dessen Antrag – am 25. Juni 2025 gemäß § 349 Abs. 2 und 4 StPO beschlossen: 1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Aachen vom 12. Dezember 2024 aufgehoben; die zugrundeliegen- den Feststellungen haben Bestand. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine an- dere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. 2. Die weitergehende Revision wird verworfen. Gründe: Das Landgericht hatte den Angeklagten im ersten Rechtsgang wegen Beihilfe zum „unerlaubten“ Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Mit Beschluss vom 15. Mai 2024 – 2 StR 122/24 – hatte der Senat dieses Urteil auf die Revision des Angeklagten unter Verwerfung des Rechtsmittels im Übrigen im Schuld- spruch zu Fall II.4 der Urteilsgründe dahin geändert, dass der Angeklagte der Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis schuldig ist, in den Fällen II.2 und II.3 der Urteils- gründe mit den zugrundeliegenden Feststellungen sowie im Einzelstrafausspruch zu Fall II.4 der Urteilsgründe und im Gesamtstrafenausspruch aufgehoben und die Sache im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen. Nunmehr hat das Landgericht das Verfahren hinsichtlich der Fälle II.2 und II.3 der Urteilsgründe (Fälle 2 und 3 der Anklageschrift) auf Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt, im Fall II.4 der Urteilsgründe gegen den Ange- 1 2 3 klagten eine Einzelstrafe von neun Monaten verhängt und ihn zu einer Gesamtfrei- heitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Die hiergegen gerichtete und auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet. 1. Das Landgericht hat die zu Fall II.4 der Urteilsgründe verhängte Einzelstrafe dem Strafrahmen des § 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 4 KCanG entnommen, indes nicht in Betracht gezogen, dass die Indizwirkung des Regelbeispiels für einen besonders schweren Fall unter Berücksichtigung des vertypten Strafmilderungsgrundes des § 27 Abs. 1 StGB entfallen kann (vgl. nur BGH, Beschluss vom 8. April 2025 – 2 StR 317/24, Rn. 5). Angesichts des gegenüber dem von der Strafkammer nach § 27 Abs. 2 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 4 KCanG günstigeren Strafrahmen des § 34 Abs. 1 KCanG kann der Senat hier nicht ausschlie- ßen, dass die Strafzumessung auf diesem Rechtsfehler beruht. 2. Das Urteil unterliegt mithin zum Einzelstrafausspruch im Fall II.4 der Urteils- gründe und zum Gesamtstrafenausspruch erneut der Aufhebung. Die im zweiten Rechtsgang getroffenen weiteren Feststellungen, die die im ersten Rechtsgang bin- dend gewordenen Feststellungen ergänzen, sind von dem Rechtsfehler nicht betroffen und haben Bestand. Insoweit ist die Revision des Angeklagten, mit der er die Aufhe- bung des Urteils samt den zugrundeliegenden Feststellungen beantragt hat, zu ver- werfen. Menges Meyberg Grube Lutz Zimmermann Vorinstanz: Landgericht Aachen, 12.12.2024 - 65 KLs 21/24 (901 Js 183/21) 3 4