Beschluss
16 B 1809/00
Oberverwaltungsgericht NRW, Entscheidung vom
ECLI:DE:OVGNRW:2001:0109.16B1809.00.00
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Tenor
Der Antrag auf Zulassung der Beschwerde und die Beschwerde werden verworfen.
Die Antragsteller tragen die Kosten des gerichtskostenfreien Zulassungsverfahrens zu gleichen Teilen.
Entscheidungsgründe
Der Antrag auf Zulassung der Beschwerde und die Beschwerde werden verworfen. Die Antragsteller tragen die Kosten des gerichtskostenfreien Zulassungsverfahrens zu gleichen Teilen. Gründe: Der Antrag auf Zulassung der Beschwerde bleibt ohne Erfolg, weil kein Rechtsschutzinteresse an der Fortführung des Rechtsmittelverfahrens besteht. Nachdem der Antragsgegner zum 29. November 2000 die Leistungen an die Antragsteller wieder aufgenommen hat, käme eine zusprechende Entscheidung im Rahmen des angestrebten Beschwerdeverfahrens auch dann nicht mehr in Betracht, wenn sich die Versagung einer einstweiligen Anordnung durch das Verwaltungsgericht nach Maßgabe der seinerzeitigen Verhältnisse als unrichtig erweisen sollte. Denn das Vorliegen der Voraussetzungen einer einstweiligen Anordnung, also eines Anordnungsanspruchs und eines Anordnungsgrundes, beurteilt sich nach der Sachlage im Zeitpunkt der abschließenden gerichtlichen Entscheidung, hier also der Entscheidung des Beschwerdegerichts. Vgl. etwa OVG NRW, Beschluss vom 1. Oktober 1999 - 16 B 1344/99 -. Derzeit liegt aber eine den Erlass einer einstweiligen Anordnung erfordernde Notlage nicht mehr vor. Es reicht für die Zuerkennung eines die Hauptsache vorwegnehmenden einstweiligen Rechtsschutzes zur Abwendung unzumutbarer Nachteile nicht aus, dass die sachlichen und prozessualen Voraussetzungen für den Erlass einer einstweiligen Anordnung bei der gerichtlichen Antragstellung oder im Verlaufe des gerichtlichen Eilverfahrens möglicherweise einmal gegeben waren. Die den Erlass einer einstweiligen Anordnung rechtfertigende besondere Dringlichkeit muss auch noch zum Zeitpunkt der abschließenden Entscheidung im Eilverfahren, d.h. auch noch im Zeitpunkt der Beschwerdeentscheidung, gegeben sein. Allein diese Betrachtungsweise entspricht dem Sinn und Zweck einer einstweiligen Anordnung auf dem Gebiet des Sozialhilferechtes, nämlich aktuelle Notlagen zu beseitigen; für das Beschwerdeverfahren gilt insoweit nichts anderes als für das Verfahren erster Instanz. Steht aber schon jetzt fest, dass nach einer etwaigen Beschwerdezulassung wegen der eingetretenen "prozessualen Überholung" eine den Antragstellern günstige Sachentscheidung nicht mehr in Betracht kommt, steht das wie eine förmlich erklärte Erledigung der Hauptsache - vgl. dazu OVG Berlin, Beschluss vom 15. September 1997 - 2 SN 11.97 -, NVwZ 1998, 85, mwN. - der Anerkennung eines schutzwürdigen Interesses schon an der Rechtsmittelzulassung entgegen. Vgl. zuletzt etwa OVG NRW, Beschluss vom 27. Oktober 2000 - 16 B 1512/00 -. Die zugleich erhobene Beschwerde ist mangels vorheriger Zulassung nicht statthaft (vgl. § 146 Abs. 4 VwGO) und damit gleichfalls unzulässig. Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 154 Abs. 2 und 188 Satz 2 VwGO sowie auf § 159 Satz 1 VwGO iVm § 100 Abs. 1 ZPO. Dieser Beschluss ist gemäß § 152 Abs. 1 VwGO unanfechtbar.