Entscheidung
3 StR 55/22
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2022:040522B3STR55
7Zitate
3Normen
Zitationsnetzwerk
7 Entscheidungen · 3 Normen
VolltextNur Zitat
Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2022:040522B3STR55.22.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 3 StR 55/22 vom 4. Mai 2022 in der Strafsache gegen wegen Totschlags - 2 - Der 3. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 4. Mai 2022 beschlossen: Der Antrag der Nebenklägerin K. vom 17. Januar 2022 auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe unter Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. S. für das Adhäsionsverfahren in der Re- visionsinstanz wird abgelehnt. Gründe: Die Tochter der durch die Tat Getöteten und in erster Instanz als solche zugelassene Nebenklägerin hat in der Tatsacheninstanz im Wege der Adhäsion einen Anspruch auf Hinterbliebenengeld geltend gemacht. Mit Schriftsatz vom 17. Januar 2022 hat sie beantragt, ihr im Adhäsionsverfahren für die Rechtsmit- telinstanz Prozesskostenhilfe unter Beiordnung ihres Rechtsanwalts zu bewilli- gen. Im Adhäsionsverfahren ist über den Prozesskostenhilfeantrag von Neben- klägern für die jeweilige Instanz gesondert zu entscheiden (§ 404 Abs. 5 Satz 1 StPO i.V.m. § 119 Abs. 1 Satz 1 ZPO; vgl. BGH, Beschlüsse vom 12. Juni 2019 - 3 StR 547/18, juris Rn. 2; vom 30. Oktober 2018 - 3 StR 324/18, juris Rn. 2). Dies erfordert in jeder Instanz erneut die Prüfung und deshalb die Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragsstellers, der sich insoweit grundsätzlich des vorgeschriebenen Vordrucks gemäß § 117 Abs. 4 ZPO zu bedienen hat. Eine derartige Erklärung zu ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen 1 2 - 3 - hat die Nebenklägerin jedoch weder in der Tatsachen- noch in der Rechtsmittel- instanz abgegeben; auch ansonsten hat sie hierzu nichts vorgetragen. Der Antrag auf Gewährung von Prozesskostenhilfe löst auch keine Ver- pflichtung des Revisionsgerichts aus, die - aktuellen - wirtschaftlichen Verhält- nisse zu ermitteln (BGH, Beschlüsse vom 6. Februar 2018 - 5 StR 347/17, juris Rn. 1; vom 5. September 2017 - 5 StR 271/17, juris Rn. 1). Das Erfordernis der Darlegung ergibt sich aus dem Gesetz; eines Hinweises auf diese Sachlage und eines Zuwartens mit der Entscheidung hat es somit nicht bedurft (BGH, Be- schluss vom 6. Februar 2018 - 5 StR 347/17, juris Rn. 1). Schäfer Wimmer Erbguth Kreicker Voigt Vorinstanz: Landgericht Wuppertal, 07.10.2021 - 25 Ks 10/21 45 Js 30/21 3