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Entscheidung

2 StR 564/21

Bundesgerichtshof, Entscheidung vom

StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2022:180822B2STR564
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2022:180822B2STR564.21.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 2 StR 564/21 vom 18. August 2022 in der Strafsache gegen 1. 2. wegen Mordes hier: Anhörungsrüge des Angeklagten P. U. - 2 - Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 18. August 2022 beschlossen: Die Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Senatsbeschluss vom 5. Juli 2022 wird auf seine Kosten zurückgewiesen. Gründe: 1. Der Senat hat mit Beschluss vom 5. Juli 2022 die Revision des Ange- klagten gegen das Urteil des Landgerichts Darmstadt vom 23. Juli 2021 gemäß § 349 Abs. 2 StPO als unbegründet verworfen. Dagegen wendet sich der Verur- teilte mit Schriftsatz seines Verteidigers, eingegangen am 21. Juli 2022, mit der Anhörungsrüge (§ 356a StPO). Er macht geltend, der Senat habe den Vortrag in der Revisionsbegründung und in der Gegenerklärung nicht zur Kenntnis genom- men und dadurch das Recht auf rechtliches Gehör verletzt. Der Senat habe die Revision gemäß § 349 Abs. 2 StPO ohne weitere Begründung verworfen, obwohl die Revisionsbegründung und die Gegenerklärung zu seiner Aufhebung hätten führen müssen. 2. Der Rechtsbehelf des Verurteilten bleibt ohne Erfolg. Der Senat hat bei seiner Entscheidung weder Verfahrensstoff verwertet, zu dem der Verurteilte nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen. Er hat über die Revision des Angeklagten eingehend und umfassend beraten und dann dem Antrag des Generalbundesanwalts ent- sprechend durch Beschluss gemäß § 349 Abs. 2 StPO entschieden. Die Vor- schrift sieht keine Begründung des die Revision verwerfenden Beschlusses vor. 1 2 - 3 - Auch verfassungsrechtlich ist eine Begründung letztinstanzlicher Entscheidun- gen nicht geboten (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 17. Juli 2007 – 2 BvR 496/07, juris Rn. 15 und vom 30. Juni 2014 – 2 BvR 792/11, juris Rn. 14; BGH, Beschluss vom 12. Mai 2020 – 1 StR 460/19, juris Rn. 6). Soweit der Verurteilte mit seiner Eingabe vom 28. Juli 2022 ergänzend darum bittet, die Revision noch einmal zu prüfen, macht auch er keinen Gehörs- verstoß geltend. Der Rechtsbehelf der Anhörungsrüge dient nicht dazu, das Re- visionsgericht zu veranlassen, das Revisionsvorbringen nochmals zu überprüfen (vgl. BGH, Beschluss vom 19. November 2014 – 1 StR 114/14, juris Rn. 6 mwN). Diese Prüfung ist, wie dargestellt, bereits umfassend erfolgt. Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss vom 5. Mai 2014 – 1 StR 82/14, juris Rn. 9). Franke Appl Zeng Grube Schmidt Vorinstanz: Landgericht Darmstadt, 23.07.2021 - 200 Js 58859/19 2 Ks 3 4