Leitsatz: Der Beschwerdeausschluss nach § 80 AsylG umfasst auch Beschlüsse in selbständigen und unselbständigen Nebenverfahren, die Streitigkeiten über Maßnahmen im Sinne des § 80 AsylG betreffen, selbst wenn diese Entscheidungen ihre Rechtsgrundlage in anderen Gesetzen haben. Dies gilt auch für Nebenverfahren zu Streitigkeiten, die erst seit dem Inkrafttreten der Erweiterung des Beschwerdeausschlusses durch Art. 2 Nr. 14 des Gesetzes zur Verbesserung der Rückführung (Rückführungsverbesserungsgesetz) vom 21. Februar 2024 (BGBl. I Nr. 54 vom 26. Februar 2024) in den Anwendungsbereich von § 80 AsylG fallen. Die Beschwerden werden verworfen. Der Antragsteller trägt die Kosten der Beschwerde-verfahren. Außergerichtliche Kosten werden in dem Beschwerdeverfahren 18 E 263/25 nicht erstattet. Der Streitwert wird auch für das Beschwerdeverfahren 18 B 504/25 auf 1.250,- Euro festgesetzt. G r ü n d e : Die Beschwerden sind als unzulässig zu verwerfen. Wie das Verwaltungsgericht in dem angegriffenen Beschluss zutreffend ausgeführt hat, sind sie gemäß § 80 AsylG unstatthaft. Nach § 80 AsylG können Entscheidungen in Rechtsstreitigkeiten nach dem Asylgesetz und über Maßnahmen zum Vollzug der Abschiebungsandrohung (§ 34 AsylG) oder der Abschiebungsanordnung (§ 34a AsylG) nach dem Aufenthaltsgesetz vorbehaltlich des – hier nicht einschlägigen – § 133 Absatz 1 VwGO nicht mit der Beschwerde angefochten werden. Vorliegend ist ein Fall des § 80 Var. 2 AsylG gegeben („Maßnahmen zum Vollzug der Abschiebungsandrohung (§ 34) […] nach dem Aufenthaltsgesetz“). Die Abschiebung des Antragstellers dient dem Vollzug der bestandskräftigen Abschiebungsandrohung nach § 34 AsylG in dem Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 24. Februar 2022. § 80 Var. 2 AsylG erfasst auch Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes nach § 123 Abs. 1 VwGO, die – wie hier – darauf gerichtet sind, eine Abschiebung in Vollzug einer auf der Grundlage von § 34 AsylG erlassenen Abschiebungsandrohung vorläufig auszusetzen bzw. zu unterlassen. Vgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 28. März 2025 – 18 B 686/24 –, n. v., vom 13. November 2024 – 17 B 926/24 – juris, Rn. 3 ff., und vom 27. August 2024 – 18 B 626/24 –, juris, Rn. 10; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 15. November 2024 – 12 S 1821/24 –, juris, Rn. 6 f., m. w. N.; Nds. OVG, Beschluss vom 29. Oktober 2024 – 13 ME 201/24 –, juris, Rn. 5; Bay. VGH, Beschlüsse vom 15. Oktober 2024 – 10 CE 24.1526 –, juris, Rn. 16 ff., und vom 30. April 2024 – 19 CE 24.661 –, juris, Rn. 4 f.; Hess. VGH, Beschluss vom 17. September 2024 – 3 B1689/24 –, juris, Rn. 4 ff.; OVG S.-A., Beschluss vom 26. August 2024 – 2 M 93/24 –, juris, Rn. 4 f.; Hamb. OVG, Beschluss vom 23. Juli 2024 – 6 Bs 36/24 –, juris, Rn. 9; a. A. Schl.-H. OVG, Beschluss vom 3. Dezember 2024 – 6 MB 28/24 –, juris, Rn. 15 ff. Der Beschwerdeausschluss des § 80 Var. 2 AsylG ist auch anwendbar, wenn der Antragsteller mit Blick auf die Erteilung einer (den Inlandsaufenthalt voraussetzenden) Aufenthaltserlaubnis, deren Beantragung keine Fiktionswirkung (§ 81 Abs. 3 Satz 1 bzw. Abs. 4 Satz 1 AufenthG) ausgelöst hat, im einstweiligen Rechtsschutz nach § 123 Abs. 1 VwGO eine sog. Verfahrensduldung begehrt. Vgl. OVG NRW, Beschluss vom 27. August 2024 – 18 B 626/24 –, juris, Rn. 63; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 15. November 2024 – 12 S 1821/24 –, juris, Rn. 6 f.; Bay. VGH, Beschlüsse vom 15. Oktober 2024 – 10 CE 24.1526 –, juris, Rn. 20 ff., Hess. VGH, Beschluss vom 17. September 2024 – 3 B 1689/24 –, juris, Rn. 7 f.; Hamb. OVG, Beschluss vom 23. Juli 2024 – 6 Bs 36/24 –, juris, Rn. 14; a. A. Schl.-H. OVG, Beschluss vom 3. Dezember 2024 – 6 MB 28/24 –, juris, Rn. 17 ff. Das Vorbringen des Antragstellers in der Beschwerdeschrift vom 16. Mai 2025, die vorliegende Rechtsstreitigkeit betreffe keine Maßnahme zum Vollzug der Abschiebungsandrohung, sondern die Versagung einer Aufenthaltserlaubnis, geht nach dem Vorstehenden an der Sache vorbei. Auch der Einwand des Antragstellers, § 80 AsylG sei nicht einschlägig, weil es um ein aufenthaltsrechtliches Begehren nach Abschluss des Asylverfahrens gehe, trägt nicht. Die mit dem Rückführungsverbesserungsgesetz (BGBl. 2024 I Nr. 54) eingeführte Regelung des § 80 Var. 2 AsylG betrifft gerade Maßnahmen nach dem Aufenthaltsgesetz, die – wie hier die beabsichtigte Abschiebung – dem Vollzug einer Abschiebungsandrohung nach § 34 AsylG (oder einer Abschiebungsanordnung nach § 34a AsylG) dienen. Der Beschwerdeausschluss umfasst auch Beschlüsse in selbständigen und unselbständigen Nebenverfahren, die Streitigkeiten über Maßnahmen im Sinne des § 80 AsylG betreffen, selbst wenn diese Entscheidungen ihre Rechtsgrundlage in anderen Gesetzen haben. Vgl. zu § 80 AsylG a. F. etwa: OVG NRW, Beschlüsse vom 6. November 2020 – 4 E817/20.A –, juris Rn. 2, vom 1. Juli 2019 – 13 E 441/19.A –, juris, Rn. 4 f., und vom 20. Dezember 2018 – 13 E 337/18.A –, juris, Rn. 2; Nds. OVG, Beschluss vom 6. November 2023 – 2 OA 92/23 –, juris, Rn. 9. Dies gilt auch für Nebenverfahren zu Streitigkeiten, die erst seit dem Inkrafttreten der Erweiterung des Beschwerdeausschlusses durch das Rückführungsverbesserungs-gesetz in den Anwendungsbereich von § 80 AsylG n. F. fallen. Vgl. Bay. VGH, Beschluss vom 15. Oktober 2024 – 10 CE 24.1526 u. a. –, juris, Rn. 25; VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 13. März 2024 – 11 S 402/24 –, juris, Rn. 7. Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO und § 166 Abs. 1 Satz 1 VwGO i. V. m. § 127 Abs. 4 ZPO Die Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 47 Abs. 1, 53 Abs. 2, 52 Abs. 1 und 2 GKG. Dieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 152 Abs. 1 VwGO, §§ 68 Abs. 1 Satz 5, 66 Abs. 3 Satz 3 GKG).