Entscheidung
4 StR 297/21
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom
StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2021:111121B4STR297
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2021:111121B4STR297.21.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 4 StR 297/21 vom 11. November 2021 in der Strafsache gegen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion u.a. - 2 - Der 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbundesan- walts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am 11. November 2021 ein- stimmig beschlossen: Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom 21. April 2021 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtferti- gung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen. Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat: Die Darstellung des DNA-Vergleichsgutachtens im Rahmen der Beweis- würdigung zur Täterschaft des Angeklagten im Fall II.1 der Urteilsgründe genügt jedenfalls im Ergebnis noch den in sachlich-rechtlicher Hinsicht zu stellenden An- forderungen (vgl. BGH, Urteile vom 6. Februar 2019 – 1 StR 499/18; vom 29. Ap- ril 2021 – 4 StR 46/21, jeweils mwN). Zwar lässt sich den Urteilsgründen nicht entnehmen, dass es sich bei der DNA-Antragung auf dem Klebeband um eine Einzelspur handelte, bei der die Mitteilung genügt, mit welcher Wahrscheinlich- keit die festgestellte Merkmalskombination bei einer weiteren Person zu erwarten ist (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. August 2018 – 5 StR 50/17, BGHSt 63, 187, 189; vom 24. Januar 2019 – 1 StR 564/18). Die Urteilsgründe ergeben aber noch hinreichend auch die erforderlichen Parameter für die Darstellung der Zuordnung einer Mischspur (vgl. dazu BGH, Beschlüsse vom 29. November 2018 - 3 - – 5 StR 362/18; vom 3. November 2020 – 4 StR 408/20). Das Landgericht hat die biostatistische Wahrscheinlichkeit mitgeteilt und dargelegt, dass die DNA- Merkmale aus der Spur „vollständig“ dem Profil des Angeklagten entsprechen. Ferner ergeben die Urteilsgründe, dass die Untersuchung durch das Landeskri- minalamt erfolgt ist. Dieses greift jedoch heute routinemäßig auf 16 DNA-Marker- systeme zurück (vgl. BGH, Urteile vom 5. Juni 2014 – 4 StR 439/13; vom 6. Feb- ruar 2019 – 1 StR 499/18). Sost-Scheible Bender Quentin Rommel Scheuß Vorinstanz: Landgericht Magdeburg, 21.04.2021 ‒ 21 KLs - 233 Js 4229/18 - 14/19