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Entscheidung

2 StR 253/24

Bundesgerichtshof, Entscheidung vom

StrafrechtBundesgerichtECLI:DE:BGH:2025:290125B2STR253
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Entscheidungsgründe
ECLI:DE:BGH:2025:290125B2STR253.24.0 BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS 2 StR 253/24 vom 29. Januar 2025 in der Strafsache gegen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern u.a. - 2 - Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 29. Januar 2025 gemäß § 206a StPO beschlossen: 1. Das Verfahren wird eingestellt. 2. Die Staatskasse trägt die Kosten des Verfahrens; jedoch wird da- von abgesehen, ihr die notwendigen Auslagen des Angeklagten aufzuerlegen. Sie ist auch nicht verpflichtet, für erlittene Strafver- folgungsmaßnahmen zu entschädigen. Gründe: Das Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren sexuellen Miss- brauchs von Kindern in Tateinheit mit Herstellen kinderpornografischer Schriften in zwei Fällen und in einem weiteren Fall in Tateinheit mit Herstellen kinderpor- nografischer Inhalte sowie wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in kinderpornografischer Absicht in Tateinheit mit Herstellen kinderpornografi- scher Schriften in einem Fall und in zwei weiteren Fällen in Tateinheit mit Dritt- besitzverschaffung kinderpornografischer Inhalte sowie wegen sexuellen Miss- brauchs von Kindern ohne Körperkontakt mit dem Kind in Tateinheit mit Herstel- len kinderpornografischer Inhalte sowie wegen sexuellen Missbrauchs von Kin- dern in Tateinheit mit Herstellen kinderpornografischer Schriften in elf Fällen so- wie wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Herstellen kin- derpornografischer Inhalte in acht Fällen sowie wegen Drittbesitzverschaffung kinderpornografischer Inhalte in vier Fällen sowie wegen Herstellens kinderpor- 1 - 3 - nografischer Schriften in sieben Fällen sowie wegen Herstellens kinderpornogra- fischer Inhalte in fünf Fällen sowie wegen Besitzes kinderpornografischer Inhalte zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Während des Verfahrens über die Revision des Angeklagten ist dieser am 16. Dezember 2024 verstorben. 1. Das Verfahren ist gemäß § 206a StPO einzustellen. Das angefochtene Urteil ist damit gegenstandslos, ohne dass es einer Aufhebung bedarf (vgl. BGH, Beschluss vom 20. November 2018 – 2 StR 360/18, Rn. 2 mwN). 2. Die Kostenentscheidung richtet sich im Fall des Todes des Angeklagten nach den Grundsätzen, die bei Einstellung des Verfahrens wegen eines Verfah- renshindernisses allgemein anzuwenden sind. Deshalb fallen grundsätzlich die Auslagen der Staatskasse und die notwendigen Auslagen des Angeklagten nach § 467 Abs. 1 StPO der Staatskasse zur Last. Jedoch sieht der Senat nach § 467 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 StPO davon ab, die notwendigen Auslagen des Angeklagten der Staatskasse aufzuerlegen, da der Angeklagte nur deshalb nicht rechtskräftig verurteilt wird, weil mit seinem Tod ein Verfahrenshindernis eingetreten ist (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Januar 2020 – 5 StR 576/19, Rn. 3 mwN). Insoweit kommt es lediglich darauf an, ob die Verurteilung im Schuldspruch Bestand ge- habt hätte (vgl. BGH, Beschluss vom 19. September 2019 – 3 StR 352/19, Rn. 4). Dies ist hier der Fall; die Nachprüfung des landgerichtlichen Urteils durch den Senat auf die mit der Sachrüge begründete Revision des Angeklagten hat insoweit keinen den Angeklagten beschwerenden Rechtsfehler ergeben. 3. Die Nebenklägerin trägt ihre notwendigen Auslagen selbst. Eine Erstat- tung dieser Auslagen kommt bei einer Einstellung wegen eines Verfahrenshin- 2 3 4 - 4 - dernisses nicht in Betracht. Dies ist in der Beschlussformel nicht gesondert aus- zusprechen (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Mai 2018 – 4 StR 51/17, NStZ- RR 2018, 294, 296 mwN). 4. Eine Entschädigung für erlittene Strafverfolgungsmaßnahmen versagt der Senat in Ausübung seines Ermessens nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 StrEG (vgl. BGH, Beschluss vom 16. Juli 2024 – 4 StR 424/23, Rn. 4). Menges Meyberg Grube Schmidt Zimmermann Vorinstanz: Landgericht Aachen, 06.11.2023 - 65 KLs-201 Js 151/23-17/23 5